{"id":14275,"date":"2019-04-30T11:30:22","date_gmt":"2019-04-30T09:30:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=14275"},"modified":"2019-04-29T11:38:20","modified_gmt":"2019-04-29T09:38:20","slug":"licht-auf-der-schattenseite-der-it","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=14275","title":{"rendered":"Licht auf der Schattenseite der IT"},"content":{"rendered":"\n<p>Autor\/Redakteur: <a href=\"https:\/\/www.cbltech.de\/\">Bill Margeson, Gr\u00fcnder und CEO von CBL Data Recovery Technologies<\/a>\/gg<\/p>\n\n\n\n<p>Datenretter befassen sich t\u00e4glich mit den Folgen dessen, was wir nicht gerne wahrhaben wollen: Technik versagt und im Umgang mit der Technik machen Menschen Fehler. Die \u00fcber 25j\u00e4hrige Geschichte von CBL Data Recovery Technologies \u2013 in Deutschland bekannt als CBL Datenrettung \u2013 kann man als Geschichte des weltweiten Erfolgs eines kanadischen Unternehmens lesen. Man kann sie aber auch als Technologiegeschichte lesen, als Versuch, Licht auf die Schattenseite der Datenspeichertechnologien zu bringen. Datenverlust ist f\u00fcr die Hersteller der Speichermedien in der Regel kein Thema. Deshalb ist die Geschichte der Datenrettung die fortdauernde Bem\u00fchung, Daten dort zu rekonstruieren, wo es technisch nicht vorgesehen ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Bill_Margeson_CEO_CBL-Data-Recovery-Technologies.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14276\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Bill_Margeson_CEO_CBL-Data-Recovery-Technologies.jpg 750w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Bill_Margeson_CEO_CBL-Data-Recovery-Technologies-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption> <br>Bill Margeson, Gr\u00fcnder und CEO von CBL Data Recovery Technologies <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die\nGesch\u00e4ftsidee von mir und Zhengong Chang war zun\u00e4chst, Computerfestplatten zu\nreparieren. Doch schon die ersten Kontakte mit Kunden machte den beiden klar,\ndass diesen nicht so sehr der Ausfall eines teuren technischen Ger\u00e4ts Sorgen\nbereitete, sondern der Verlust der Daten. Und so wurde im Oktober 1993 in\nMarkham, Ontario, nahe Toronto CBL Data Recovery Technologies gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nersten Jahre waren gepr\u00e4gt von der \u00dcberwindung der physischen Probleme, um an\nDaten zu kommen, doch 1999 begann man bei CBL auch mit der Programmierung\neigener Softwaretools. Anlass war die dringende Hilfsanfrage eines besonderen\nKunden: der Abteilung Kommunikation und Netzwerk im chinesischen State\nInformation Center. 1989 waren \u00fcber 10.000 Rechner in der Volksrepublik von\nCIH-Virus infiziert worden. CBL entwickelte ein Softwareprogramm, dass die\nAktivierung des Virus verhindern sollte. Das Programm wurde landesweit\neingesetzt und am 26. April 1999 wurden tats\u00e4chlich nur in 55 Rechnern in China\nder Virus aktiv, Rechner auf denen die Software nicht installiert worden war.\nDieser ungeplante Ausflug in die Softwareentwicklung ermutigte den Datenretter,\nverst\u00e4rkt eigene Software f\u00fcr seine speziellen Anforderungen zu schreiben. So\nwurden ab 2002 Tools zur RAID-Datenrettung entwickelt, die es erlauben, die\nDaten von den einzelnen Platten zu rekonstruieren, ohne den RAID-Controller zu\nben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hilfe im Zusammenhang mit dem CIH-Virus blieb \u00fcbrigens nicht ohne Folgen. Im Jahr 2000 er\u00f6ffnete CBL Data Recovery Technologies in Beijing das erste Datenrettungslabor der Volksrepublik als Joint Venture. Die internationale Expansion hatte begonnen \u2013 noch im selben Jahr wurden beispielsweise Labors in Newcastle, UK, und CBL Datenrettung in Kaiserslautern er\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CBL-Datenrettung-Handyschrott-Chip-Off.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14277\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CBL-Datenrettung-Handyschrott-Chip-Off.jpg 750w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CBL-Datenrettung-Handyschrott-Chip-Off-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption> <br>Wenn nur noch zusammengekehrter Elektroschrott von einem Handy \u00fcbriggeblieben ist, beginnt \u201eDatenrettung extrem\u201c: CBL wendet mit gro\u00dfem Erfolg das Chip-Off-Verfahren aus der Computerforensik an (Bild: CBL Datenrettung) <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Der sichere Weg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Fall im Jahr 1994 etablierte ein methodisches Grundprinzip in der Datenrettung. Die Festplatte eines Ermittlers im Prozess gegen den Serienm\u00f6rder Paul Bernardo war durch einen Sturz zerst\u00f6rt worden. Die CBL-Techniker reparierten Platine, Lesek\u00f6pfe und mehrere Komponenten des Datentr\u00e4gers im Reinraum und schafften es, die Platte zum Laufen zu bringen. CBL-Mitgr\u00fcnder Zhengong Chang war an diesem Tag selbst im Labor. Angesichts der Brisanz der Daten und zweier bewaffneter Justizmitarbeiter vor der T\u00fcr entschied er sich spontan, auf Nummer sicher zu gehen und das Laufwerk nicht an einen schnellen Rechner mit einer leeren Festplatte zu h\u00e4ngen, sondern sofort mit dem Kopieren der Daten zu starten. 500 Disketten mussten vollgeschrieben werden, doch \u201eDer sichere Weg\u201c erwies sich als richtig. Nachdem die Festplatte ausgeschaltet war, lies sie sich nie wieder in Betrieb nehmen. Seither hei\u00dft es: Wenn Du Daten vom Laufwerk holen kannst, tu es sofort. Vertraue niemals darauf, dass Deine Reparaturbem\u00fchungen von Dauer sind. Und: Arbeite bei der logischen Rekonstruktion von Dateien aus Rohdaten niemals auf dem Originaldatentr\u00e4ger sondern immer mit einem forensischen Klon.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p><strong>H\u00f6chster Datenschutz <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die\nZusammenarbeit mit Beh\u00f6rden f\u00fchrte dazu, dem Thema Datenschutz besondere\nAufmerksamkeit zu widmen. Das f\u00e4ngt bei der Zugangsbeschr\u00e4nkung und\nVideo\u00fcberwachung der Labors an und geht bis zur unwiederbringlichen Vernichtung\nder Arbeitskopie der wiederhergestellten Daten, nach Abschluss einen Falls. Mit\ndem CBL Datenschredder entwickelte das Unternehmen ein eigenes, frei\nverf\u00fcgbares Tool das Daten vernichtet. Es \u00fcberschreibt die Daten mehrmals nach\nverschiedenen Standards wie 5220.22-M des US-Verteidigungsministeriums, den\nRichtlinien des BSI zum Geheimschutz von VS beim Einsatz von IT (VSITR) oder\nder DSX-Methode der kanadischen Bundespolizei. Das seit 2005 verf\u00fcgbare\nschlanke und effektive Programm ist ein mittlerweile hunderttausendfach\nheruntergeladenes Standardtool f\u00fcr jeden, der eine Festplatte frei von privaten\nDaten weitergeben will.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht\nnur die kanadische Mutter arbeitet mit Beh\u00f6rden zusammen, auch CBL Datenrettung\nin Kaiserlautern wird immer wieder beispielsweise von Ermittlungsbeh\u00f6rden\nbeauftragt. Das ISO 9001:2015 zertifizierte Unternehmen wurde Anfang 2019\nPartner von Fast Detect. Damit gibt Deutschlands f\u00fchrendes Sachverst\u00e4ndigenb\u00fcro\nf\u00fcr IT-Forensik alle Aufgaben zur physischen Rekonstruktion von Datentr\u00e4gern an\nCBL.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Forschung und Entwicklung <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl CBL seit 2005 mit dem Data Storage Institute in Singapur zusammenarbeitet und 2008 ein eigenes Forschungs- und Entwicklungsprogramm aufgesetzt hat, ist auch die Grundlagenforschung in der Datenrettung meist durch konkrete Datenverlustf\u00e4lle angesto\u00dfen. Ein wegweisender Fall im Bereich der physikalischen Sch\u00e4den war der Fall \u201eKabeljau\u201c 1997: Ein Forschungsschiff der kanadischen Regierung war gesunken und mit ihm eine Festplatte. Sie enthielt die Ergebnisse einer gerade abgeschlossenen dreij\u00e4hrigen Studie zu den Kabeljau-Populationen vor Neufundland. Um die Daten von der geborgenen Festplatte retten zu k\u00f6nnen, fingen die Datenretter an, die Zusammensetzung der in Wasser gel\u00f6sten Partikel zu erforschen. Bei der Verunreinigung durch Meerwasser setzen sich sowohl organische wie anorganische Stoffe auf der Datentr\u00e4geroberfl\u00e4che ab, f\u00fcr die jeweils eigene Reinigungsmethoden entwickelt werden mussten. Was damals mit der Untersuchung von Meerwasser unter dem Elektronenmikroskop begann, f\u00fchrte zu einem besonderen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Verschiedenartigkeit von Wassersch\u00e4den. CBL hat in diesem Bereich eine Reihe von Methoden entwickelt und weltweit immer wieder erfolgreich eingesetzt, wie zum Beispiel bei Sch\u00e4den durch die deutschen Flutkatastrophen im Juni 2013 und Juli 2017.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CBL_Datenrettung_HDDs_eines_RAID.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14278\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CBL_Datenrettung_HDDs_eines_RAID.jpg 750w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CBL_Datenrettung_HDDs_eines_RAID-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption> <br>Nur die Festplatten, am besten durchnummeriert, ben\u00f6tigt CBL Datenrettung, um mit propriet\u00e4ren, v\u00f6llig hardware- und betriebssystemunabh\u00e4ngigen Methoden die Daten zerst\u00f6rter RAID-Systeme wiederherzustellen. Der Kunde kann bereits w\u00e4hrend der Datenrettung seinen RAID-Server mit neuen Datentr\u00e4gern wiederaufbauen. (Bild: CBL Datenrettung) <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Firmware-Manipulationen <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im\nWesentlichen sind es zwei Abschnitte des Datenrettungsprozesses, in denen neue\nTechnologien die st\u00e4ndige Weiterentwicklung der Methoden fordert: Der erste\nAbschnitt ist die Herstellung der Lesebereitschaft des Datentr\u00e4gers. Nach der\nAnfertigung des forensischen Klons kommt der zweite: Die Rekonstruktion\nnutzbarer Daten. Bis man einen defekten Datentr\u00e4ger so weit hat, dass man Daten\nauslesen kann, sind je nach Schadensursache die unterschiedlichsten\nManipulationen n\u00f6tig, vom Austausch elektronischer Bauteile bis hin zu\nReinraumjobs wie dem Wechsel von Schreib\/Lesek\u00f6pfen. Die mechanische\nWeiterentwicklung f\u00fchrt zu zus\u00e4tzlichen Herausforderungen wie zum Beispiel\nPlattenstapel auf einen neuen Spindelmotor zu setzen, ohne die Position der\nPlatten zueinander zu \u00e4ndern. Doch eine Entwicklung des damaligen Herstellers\nMaxtor erschwerte die Reparatur von Festplatten durch den Tausch von Teilen:\nSeit 2003 enth\u00e4lt die Firmware Angaben zu den individuellen Eigenschaften der\nverbauten Einzelteile und Defekten auf der Datentr\u00e4geroberfl\u00e4che. Dies\nerm\u00f6glicht es den Herstellern erfolgreich Teile zu verwenden, die nach den\nengeren Spezifikationen zuvor Ausschuss gewesen w\u00e4ren. Die Analyse von Firmware\nwurde unumg\u00e4nglich, ihre Manipulation f\u00fchrte aber auch zu manchem Durchbruch.\nSo konnte CBL 2008 allein durch Firmware-Ma\u00dfnahmen die Erfolgsquote bei\nFestplatten mit Perpendicular Recording-Technologie von 64 auf 85 Prozent\nsteigern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schwerpunkte verschieben sich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hatten\nfr\u00fcher Festplatten den gr\u00f6\u00dften Anteil, haben 2017 erstmals Flash-Speicher in\nForm von SSDs, Speicherkarten und den internen Speichern von Smartphones die\nFestplatten und andere magnetische Speichermedien knapp als \u201ePatienten\u201c\n\u00fcberholt. Die st\u00e4ndig wachsende Bedeutung mobiler Ger\u00e4te ist der gr\u00f6\u00dfte Treiber\nbei den Datenverlusten. Bei den Festplatten stammen 60 bis 70 Prozent der F\u00e4lle\naus Notebooks und externen Festplatten. Ein Drittel der Anfragen bezieht sich\nbei CBL mittlerweile auf Smartphones \u2013 das Unternehmen war der erste\nprofessionelle Datenretter, der Daten von den internen Speichern der Telefone\nrekonstruierte und dies 2010 zu einem offiziellen Angebot machte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Datensalat<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unabh\u00e4ngig von den jeweiligen technologischen Herausforderungen in der ersten Phase der Datenrettung bleibt eine zweite H\u00fcrde zu nehmen. Hat man den defekten Datentr\u00e4ger dazu \u201e\u00fcberredet\u201c sich auslesen zu lassen, m\u00fcssen aus den Rohdaten nutzbaren Dateien rekonstruiert werden. Nur wenn der Kunde seine vermissten Daten wiederverwenden kann, gilt eine Datenrettung als erfolgreich und nur dann stellt CBL eine Rechnung. Da man bei den Kanadiern und ihren Kollegen weltweit bei der logischen Rekonstruktion von Daten konsequent auf Ebene der Festplattensektoren mit hexadezimalen Daten arbeitet, konnte CBL Methoden entwickeln, um beispielsweise die Muster in den Datenfragmenten eines zerst\u00f6rten RAID-Arrays zu entdecken und diese auch ohne die Informationen eines RAID-Controllers zusammenzusetzen. Auch hier kommen immer wieder Herausforderungen hinzu, zum Beispiel die Wear-Leveling-Algorithmen bei SSDs. Deren Controller verteilt die Schreibvorg\u00e4nge so, dass alle Speicherzellen etwa gleich h\u00e4ufig beschrieben werden. Die Zuordnung der physischen Speicheradresse zur logischen Sektornummer wird ausschlie\u00dflich in der SSD gespeichert und ist von au\u00dfen nicht ersichtlich. In der Datenrettung hat man es daher mit auf der ganzen SSD verteilten Fragmenten zu tun. Die Rekonstruktion eines einzelnen Datentr\u00e4gers wird dadurch \u00e4hnlich komplex, wie die eines ganzen RAID-Arrays. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"577\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CBL_BermudadreieckFestplatten.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14279\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CBL_BermudadreieckFestplatten.jpg 750w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CBL_BermudadreieckFestplatten-300x231.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption> <br>In 25 Jahren haben die Datenretter bei CBL viel erlebt und konnten sich mit ihren Kunden \u00fcber \u00fcberraschende Erfolge freuen. Zum Beispiel 2013 Festplatten aus dem gekenterten Ruderboot eines Rekordversuchs zur Atlantik\u00fcberquerung. (Bild: CBL Datenrettung) <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Immer individuell<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Digitalisierung hat alle Lebensbereiche ergriffen und waren es vor 25 Jahren zun\u00e4chst Gesch\u00e4ftsleute, die einen Datenretter aufsuchten, wenden sich heutzutage auch viele Privatanwender an Datenretter und solche, die sich daf\u00fcr ausgeben. Was hier auf einer fallengelassenen externen Festplatte oder einem ins Klo gefallenen Smartphone verloren geht, hat vielleicht keinen wirtschaftlichen daf\u00fcr aber einen hohen ideellen Wert. Auch seri\u00f6se Dienstleister haben angesichts der gro\u00dfen Zahl von scheinbar \u00e4hnlichen F\u00e4llen versucht, Datenrettung zu \u201eindustrialisieren\u201c. Doch jede Standardisierung der Verfahren wurde mit einem Einbrechen der Erfolgsquoten bezahlt. Datenretter, die wie CBL weiterhin jeden Fall individuell analysieren, merken dies daran, dass sie h\u00e4ufiger Datentr\u00e4ger bekommen, an denen sich schon anderer Datenretter versucht haben. Erfolgsquoten von bis zu 90 Prozent sind auch heute in der Datenrettung nur zu erreichen, wenn man jeden Fall als einzigartig anerkennt und behandelt. Dies hat auch einen Aspekt, der \u00fcber die technischen Probleme hinausgeht. In 25 Jahren Kundenbetreuung hat es sich bei CBL bew\u00e4hrt, den Kunden als erstes zu fragen: Was haben Sie verloren und warum ist das f\u00fcr Sie ein Problem? Erfolg einer Datenrettung misst sich f\u00fcr den Betroffenen n\u00e4mlich nicht an Datenmengen, sondern daran, ob ein bestimmtes Problem gel\u00f6st werden kann. Daraus ergeben sich beispielsweise Priorit\u00e4ten in der Rekonstruktion. Wenn eine Zulassungsarbeit abgegeben werden muss oder die Lohnbuchhaltung ansteht, sind das die Daten, nach denen zuerst gesucht werden muss. Jede Anwendersituation ist individuell, jede Schadensursache, jede Datenablagelogik, jede Softwaresituation, jede Hardwarekonstellation, jede Firmware. Nur eines haben alle Datenverlustf\u00e4lle gemeinsam: Sie bedeuten f\u00fcr den Anwender zwar dunkle Stunden, aber die Hoffnung darauf, dass die verloren Daten von Tapes, RAIDs, virtuellen Servern, HDDs, SSDs, USB-Sticks, Memory-Cards oder Smartphones wieder ans Licht gebracht werden k\u00f6nnen, ist mehr als begr\u00fcndet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Datenretter befassen sich t\u00e4glich mit den Folgen dessen, was wir nicht gerne wahrhaben wollen: Technik versagt und im Umgang mit der Technik machen Menschen Fehler. Die \u00fcber 25j\u00e4hrige Geschichte von CBL Data Recovery Technologies \u2013 in Deutschland bekannt als CBL Datenrettung \u2013 kann man als Geschichte des weltweiten Erfolgs eines kanadischen Unternehmens lesen. Man kann sie aber auch als Technologiegeschichte lesen, als Versuch, Licht auf die Schattenseite der Datenspeichertechnologien zu bringen. Datenverlust ist f\u00fcr die Hersteller der Speichermedien in der Regel kein Thema. 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