{"id":13273,"date":"2018-10-02T11:40:01","date_gmt":"2018-10-02T09:40:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=13273"},"modified":"2018-10-01T11:44:04","modified_gmt":"2018-10-01T09:44:04","slug":"die-menschliche-firewall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=13273","title":{"rendered":"Die menschliche Firewall"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klaus-Gheri-05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13274\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klaus-Gheri-05-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klaus-Gheri-05-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klaus-Gheri-05.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Autor\/Redakteur: <a href=\"https:\/\/www.barracuda.com\/\">Klaus Gheri, Vice President and General Manager Network Security bei Barracuda Networks<\/a>\/gg<\/p>\n<p>Vergangenem nachzutrauern, ist selten zielf\u00fchrend. Dennoch: Was waren das noch f\u00fcr Zeiten f\u00fcr die IT und deren Nutzer, als E-Mail-Spam wohl immens nervte, aber in der Regel wenig Schaden anrichtete. Sieht man einmal von der erzwungenen Besch\u00e4ftigung der Betroffenen ab, den M\u00fcll auszusortieren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Heutzutage fahren Kriminelle ungleich h\u00e4rtere Gesch\u00fctze auf, um Angriffe per E-Mail zu f\u00fchren und die Adressaten in die Falle tappen zu lassen. Nur allzu oft sind die Phishing-Kampagnen derart clever, dass neben aller selbstverst\u00e4ndlichen Abwehrtechnologie, die eine letzte Verteidigungslinie mitunter die wichtigste ist: Die menschliche Firewall. Denn oft ist die L\u00f6segeldforderung nur einen b\u00f6sartigen Klick entfernt. Mitarbeiterschulungen und -trainings sollten daher unbedingt regelm\u00e4\u00dfiger Bestandteil einer Sicherheitsstrategie der Unternehmen sein, damit die Kollegen und Kolleginnen lernen, Phishing-Versuche zu erkennen und entsprechend sensibel damit umzugehen.<\/p>\n<p>Als erstes stellt sich die Frage, wovor Nutzer auf der Hut sein m\u00fcssen, wenn es um Phishing-E-Mails geht. Denn die Kriminellen haben nicht nur \u201edie eine\u201c Methode in petto. Ihre Kreativit\u00e4t kennt kaum Grenzen: Allein im vergangenen Juni blockierte Barracuda weltweit \u00fcber 1,7 Millionen Phishing-E-Mails.<\/p>\n<p>Die folgenden Beispiele tats\u00e4chlich stattgefundener Phishing-Versuche verdeutlichen, wie vielf\u00e4ltig, komplex und letzten Endes clever Kriminelle vorgehen, um \u00fcber das immer noch beliebteste Einfallstor E-Mail an ihr Ziel zu gelangen:<\/p>\n<ul>\n<li>Geldbetr\u00fcgereien versprechen dem potenziellen Opfer einen attraktiven Geldbetrag. Antwortet der E-Mail-Empf\u00e4nger, verlangen die Kriminellen in der Regel eine kleinere Summe und versprechen im Gegenzug eine gr\u00f6\u00dfere Summe zur\u00fcck \u2013 was nat\u00fcrlich nie passiert. Das Lockmittel \u201eGeld\u201c dient aber h\u00e4ufig auch dazu, unternehmenskritische Informationen abzugreifen, beziehungsweise, einen Computer mit Malware zu infizieren.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1_Geldbetr\u00fcgereien.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13281\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1_Geldbetr\u00fcgereien-300x148.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"148\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1_Geldbetr\u00fcgereien-300x148.png 300w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1_Geldbetr\u00fcgereien.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/li>\n<li>Beim Informationsbetrug versuchen die Kriminellen, m\u00f6glichst viele relevante Informationen vom E-Mail-Nutzer abzufischen. In diesem Beispiel verschickten die Angreifer eine gef\u00e4lschte Bankmitteilung, deren vermeintliche Autorit\u00e4t den Adressaten in Sicherheit wiegen und reagieren lassen soll. Klickt der Nutzer auf den Link, wird er aufgefordert, seine Zugangsdaten \u2013 Benutzernamen und Passwort \u2013 einzugeben, und schon ist es um die Sicherheit geschehen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/2_Informationsbetrug.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13275\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/2_Informationsbetrug-295x300.png\" alt=\"\" width=\"295\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/2_Informationsbetrug-295x300.png 295w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/2_Informationsbetrug.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/><\/a><\/li>\n<li>Eine weitere, h\u00e4ufig praktizierte Methode des Phishings ist die Verbreitung von Malware durch Viren, W\u00fcrmer, Bots, Ransomware oder Password Stealer-Malware. Ziel solcher E-Mails ist es, den Adressaten dazu zu bewegen, entweder einen Anhang zu \u00f6ffnen (wie im Beispiel gezeigt) oder auf einen schadhaften Link zu klicken. Dies wollen Cyberkriminelle erreichen, indem sie eine dringende Angelegenheit vorgeben, die es sofort zu erledigen gilt, und somit Druck aufbauen. Damit die Malware funktioniert, versuchen die Angreifer, das Opfer dahingehend zu manipulieren, dass es die Software installiert.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/3_Malware.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13282\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/3_Malware-300x136.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"136\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/3_Malware-300x136.png 300w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/3_Malware.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/li>\n<li>Eigentlich sollte es sich herumgesprochen haben, Anh\u00e4nge von Unbekannten Absendern oder mit exotisch anmutenden Dateiformatendungen nicht zu \u00f6ffnen. Damit kalkulieren Cyberkriminelle und minimieren ihr Risiko entdeckt zu werden, mittels Anh\u00e4ngen mit mehreren Dateierweiterungen. Bei dieser Methode versuchen die Angreifer, ihre potenziellen Opfer zu t\u00e4uschen, indem sie E-Mail-Anh\u00e4nge mit einem vertrauten Dateityp verschicken. Dahinter lauert dann das B\u00f6se.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/4_Dateierweiterungen.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13280\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/4_Dateierweiterungen-300x153.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"153\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/4_Dateierweiterungen-300x153.png 300w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/4_Dateierweiterungen.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nIn diesem realen Versuch verwendeten die Angreifer die Dateierweiterung &#8222;PDF.zip&#8220;. Hier sollten sofort alle Alarmsirenen schrillen, da es sich um zwei verschiedene Dateitypen handelt. Leider wird die drohende Gefahr aufgrund des allseits bekannten ZIP-Dateiformats nur allzu gerne \u00fcbersehen.<\/li>\n<li>Nicht alle Bedrohungen kommen in Form von E-Mail-Anh\u00e4ngen daher, ebenso misstrauisch sollten Empf\u00e4nger sogenannte getarnte Links behandeln. Der Link selbst wirkt erst einmal nicht sonderlich verd\u00e4chtig. Allerdings ist er nicht das, was er vorgibt zu sein. Dahinter verbirgt sich nat\u00fcrlich eine b\u00f6sartige URL, die es dann in sich hat. Solche Art Links werden nicht nur zur Verbreitung von Malware verwendet, sondern leiten Nutzer zu Webseiten, die Diebe explizit eingerichtet haben, um Anmeldeinformationen oder andere pers\u00f6nliche Informationen abzugreifen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/5_getarnte-Links.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13276\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/5_getarnte-Links-300x205.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/5_getarnte-Links-300x205.png 300w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/5_getarnte-Links-130x90.png 130w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/5_getarnte-Links.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/li>\n<li>W\u00e4hrend Phishing gew\u00f6hnlich auf Massenreichweite abzielt, nehmen Spear Phishing-Botschaften speziell Einzelpersonen oder einzelne Unternehmen ins Visier. Diese Art des personalisierten Angriffs gibt es in den verschiedensten Varianten, etwa als gef\u00e4lschte E-Mail von Banken, Bezahl- oder Zustelldiensten und sogar vom eigenen Arbeitgeber. Die Absicht ist stets die gleiche: Die Opfer sollen Geldbetr\u00e4ge \u00fcberweisen oder sensible Daten an Kriminelle weitergeben, die sich als Chef, Kollege oder vertrauensw\u00fcrdiger Kunde ausgeben.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/6_betr\u00fcgerische-Domains.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13277\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/6_betr\u00fcgerische-Domains-300x206.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/6_betr\u00fcgerische-Domains-300x206.png 300w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/6_betr\u00fcgerische-Domains-768x527.png 768w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/6_betr\u00fcgerische-Domains-130x90.png 130w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/6_betr\u00fcgerische-Domains.png 919w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nIn diesem Beispiel haben sich die Kriminellen die Zeit genommen, eine tr\u00fcgerische Domain zu registrieren, die den Namen eines tats\u00e4chlich existierenden Unternehmens enth\u00e4lt. Wer jedoch aufmerksam hinschaut, wird den falsch geschriebenen Unternehmensnamen im Link bemerken (Netfliix), und die Alarmglocken sollten l\u00e4uten. Diese Methode des \u201eTyposquattings\u201c (engl. squatter = Hausbesetzer, \u00fcbertragen: Tippfehlerdomain, Domaingrabbing) beruht darauf, dass eine Person die Webadresse versehentlich falsch eintippt und dann auf eine alternative Webseite gef\u00fchrt wird, die dem \u201eTyposquatter\u201c geh\u00f6rt. Diese Seiten k\u00f6nnen dann ein Konkurrenzangebot, unpassende Werbung oder sonstige unerw\u00fcnschte Inhalte enthalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die gezeigten Beispiele sind nur eine kleine Auswahl der vielen Varianten von Phishing-Betrug, die Kriminelle jeden Tag zigtausendfach versenden. Eine E-Mail-Sicherheitsl\u00f6sung, die Sandboxing sowie einen erweiterten Schutz vor Bedrohungen bietet und Malware blockiert \u2013 und zwar noch bevor das kriminelle Anschreiben den E-Mail-Server des Unternehmens erreicht, ist ein \u201eMuss\u201c. Zur Abwehr von E-Mails mit b\u00f6sartigen Links hilft zudem ein Anti-Phishing-Schutz, der eine Link Protection-Funktion enth\u00e4lt. Diese sucht nach URLs zu Webseiten, die b\u00f6sartigen Code enthalten, und blockiert Links zu gef\u00e4hrdeten Webseiten, selbst wenn diese sich im Inhalt eines Dokuments verstecken. Ein Tipp: Indem lediglich der Mauszeiger \u00fcber den Link bewegt wird \u2013 ohne diesen anzuklicken \u2013 offenbart sich die tats\u00e4chliche, kriminelle Absicht dahinter.<\/p>\n<p>Allen erforderlichen Sicherheitstechnologien voran sollte jedoch immer eine fundierte Aufkl\u00e4rung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stehen. Diese m\u00fcssen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber aktuelle Gefahren und Phishing-Methoden geschult und anschlie\u00dfend getestet werden, um ihr Sicherheitsbewusstsein f\u00fcr verschiedene gezielte Angriffe zu erh\u00f6hen. Das simulierte Angriffstraining ist hier bei Weitem die effektivste Form solcher Schulungen. Funktioniert die menschliche Firewall, ist ein wesentlicher Schritt getan, es Cyberkriminellen \u2013 zumindest \u2013 deutlich schwerer zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor\/Redakteur: Klaus Gheri, Vice President and General Manager Network Security bei Barracuda Networks\/gg Vergangenem nachzutrauern, ist selten zielf\u00fchrend. 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