{"id":11963,"date":"2017-11-28T14:06:33","date_gmt":"2017-11-28T13:06:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=11963"},"modified":"2017-11-27T10:16:31","modified_gmt":"2017-11-27T09:16:31","slug":"ein-neues-zeitalter-des-online-bankings","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=11963","title":{"rendered":"Ein neues Zeitalter des Online-Bankings"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/?attachment_id=11961\" rel=\"attachment wp-att-11961\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11961\" src=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/AndreasSchremmer_AW-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/AndreasSchremmer_AW-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.sysbus.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/AndreasSchremmer_AW.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Autor\/Redakteur: <a href=\"http:\/\/www.gemalto.com\/PSD2\">Andreas Schremmer, VP Sales Banking &amp; Payment Germany bei Gemalto<\/a>\/gg<\/p>\n<p>Revolutionen sind in der Regel ungeplant und unkontrolliert. Sie entstehen auf nat\u00fcrliche Art und schlagen pl\u00f6tzlich zu, wenn man sie am wenigsten erwartet. Aber dieses Mal ist es anders. Die Revolution ist geplant. Sie wird kontrolliert. Und sie steht bereits vor der T\u00fcr. Willkommen im neuen Zeitalter des digitalen Bankings in Europa.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Regulator ist die Europ\u00e4ische Union h\u00f6chstpers\u00f6nlich. Ihre Aufgabe besteht aus drei Teilen: Onlinezahlungen praktischer zu gestalten, neue Wege zu finden, um dies zu erreichen, und Sie dabei zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wie? Durch die zweite Zahlungsdienstleisterrichtlinie, eine Richtlinie der EU, die 2016 in Kraft trat und bis Anfang n\u00e4chstes Jahr in nationales Recht umgesetzt werden wird. Unternehmen werden sich anschlie\u00dfend bis Ende 2018 oder Anfang 2019 an die entsprechenden technischen Standards anpassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wen genau werden diese Vorgaben betreffen? Finanzinstitute \u2012 aber nicht allein. Auch die T\u00e4tigkeiten von FinTechs und Drittanbietern (Third-Party Providers (TPPs)) werden den Richtlinien unterliegen, um den Wettbewerb im Finanzsektor zu stimulieren.<\/p>\n<p>Und genau dort beginnt die Revolution. Denn die PSD2 (Payment Service Directive 2) ist kein einfacher, alleinstehender Rechtsakt: Sie ist ein Meilenstein bei der Digitalisierung von Finanzdienstleistungen und E-Payments. Neue Technologien und Authentifizierungsmechanismen haben Zahlungsprozesse f\u00fcr Unternehmen und Verbraucher ver\u00e4ndert und fast jede Finanztransaktion kann mittlerweile digital ausgef\u00fchrt werden. Finanzinstitutionen m\u00fcssen sich anpassen \u2012 und die PSD2 schafft eine Umgebung, in der die f\u00fcr die digitale Revolution erforderliche Innovation gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p><strong>Neue Herausforderungen: Drittanbieter<\/strong><\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Ver\u00e4nderung, die die PSD2 im Bankwesen und Zahlungs-\u00d6kosystem bewirken wird, besteht darin, dass sie die T\u00fcr f\u00fcr eine neue Art von Wettbewerbern \u00f6ffnen wird, indem sogenannte Dritte Zahlungsdienstleister (Third-Party Payment Service Providers (TP PSPs) oder Drittanbieter (Third-Party Providers (TPPs)) anerkannt werden. Diese neuen Akteure in der Finanzwelt, die zurzeit unterschiedliche Gesetze in verschiedenen L\u00e4ndern ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen, werden in der Lage sein \u2012 innerhalb der EU und mit Einverst\u00e4ndnis des Verbrauchers \u2012 auf Konten bei anderen Finanzinstitutionen zuzugreifen und die Informationen zu nutzen, um pers\u00f6nlich zugeschnittene Dienstleistungen anzubieten.<\/p>\n<p>Die PSD2 unterscheidet zwei Arten von TPPs:<\/p>\n<ul>\n<li>Kontoinformationsdienstleister (Account Information Service Providers (AISPs)), zum Beispiel, um Ihre allgemeinen Ausgaben bei Konten anderer Banken zu analysieren und Tipps dazu zu liefern, wo Ihr Geld am besten aufgehoben ist oder wie es effizienter angelegt werden kann.<\/li>\n<li>Zahlungsausl\u00f6sedienstleister (Payment Initiation Service Providers (PISPs)), zum Beispiel, um Ihre Rechnungen zu bezahlen oder P2P-\u00dcberweisungen durchzuf\u00fchren. Sie l\u00f6sen die Zahlung durch eine \u201eSoftware-Br\u00fccke\u201c zwischen der H\u00e4ndler-Website und der Online-Plattform Ihrer Bank aus. Der PISP erscheint in der Regel als Zahlungsoption auf der H\u00e4ndler-Website.<\/li>\n<\/ul>\n<p>TPPs k\u00f6nnen potenziell gro\u00dfe Erfolge erzielen, da Banken im Rahmen der PSD2 dazu verpflichtet sind, ihnen Zugriff zu Kontoinformationen zu gew\u00e4hren. Dies erf\u00fcllt die ersten beiden Ziele der PSD2: Onlinezahlungen praktischer zu gestalten (verst\u00e4rkter Wettbewerb sollte die Innovation f\u00f6rdern und somit die Anspr\u00fcche der Verbraucher an gr\u00f6\u00dfere Benutzerfreundlichkeit erf\u00fcllen) und neue Wege zu finden, um dies zu erreichen.<\/p>\n<p>Das dritte Ziel besteht darin, Verbraucher zu sch\u00fctzen, die Onlinezahlungen vornehmen. Auch hier haben Banken und TPPs Verpflichtungen. Zun\u00e4chst werden sie dazu aufgefordert, f\u00fcr die sogenannte \u201estarke Kundenauthentifizierung\u201d beim Kontozugriff zu sorgen. Die Authentifizierung sollte aus einer Kombination von mindestens zwei unabh\u00e4ngigen Faktoren bestehen. Nutzer ben\u00f6tigen etwas, das sie besitzen (zum Beispiel eine Zahlungskarte oder Smartphone), etwas, das sie wissen (etwa eine PIN) und\/oder etwas, das sie sind (beispielsweise ein biometrisches Merkmal). Anschlie\u00dfend m\u00fcssen sie Sicherheitsma\u00dfnahmen integrieren, die \u201eauf das Risiko der Zahlung abgestimmt\u201d sind. Die PSD2 verlangt von Zahlungsdienstleistern eine Transaktions- und Risiko\u00fcberwachung, damit sie die mit Zahlungen und Kontozugriff assoziierten Risiken erkennen, beurteilen und bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Zudem k\u00f6nnen sie das Ausma\u00df des Risikos einsch\u00e4tzen und ein Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit herstellen.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p><strong>Wettbewerb und Kooperation<\/strong><\/p>\n<p>Google, Amazon, Facebook und Apple (GAFA) \u2012 und auch sonstige gro\u00dfe Internetunternehmen \u2012 haben bereits die ersten Schritte eingeleitet und begonnen, unterschiedliche Finanzdienstleistungen anzubieten, die in gewisser Weise mit traditionellen Finanzinstitutionen konkurrieren. Sie sehen die M\u00f6glichkeit, ihren bestehenden Kundenstamm zu erweitern und neue Gesch\u00e4ftsmodelle zu etablieren: von der bargeldlosen Bezahlung von Busfahrkarten bis hin zur Garantie der finanziellen Sicherheit gro\u00dfer Gesch\u00e4ftsverhandlungen. In der Zwischenzeit erkennen Start-Ups und kleine Dienstleister ihre Chance, den Markt zu revolutionieren \u2012 insbesondere im Bereich der Banken- und Zahlungsanwendungen.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen Banken und sonstige Finanzinstitutionen wettbewerbsf\u00e4hig bleiben? Ein Schl\u00fcsselvorteil ist die Vertrauensw\u00fcrdigkeit. Verbraucher nehmen neue Technologien nicht an, wenn sie den Anbietern, die dahinterstehen, nicht vertrauen k\u00f6nnen \u2012 und sie tendieren dazu, Banken zu vertrauen. Ein weiterer Vorteil ist ihr Know-how. Die von der PSD2 verlangten Sicherheitsnormen sind streng; wer die strikten Auflagen der Finanzwelt nicht gewohnt ist, wird Probleme damit haben, sie zu befolgen. Trotz dieser Vorteile m\u00fcssen Banken jedoch einen Weg in die Smartphones der Benutzer und in ihre Einkaufsgewohnheiten finden.<\/p>\n<p>Da die PSD2 darauf abzielt, sich in Bezug auf die Technologie neutral zu halten, liefert der finale Gesetzesentwurf weder eine Beschreibung noch eine Standardisierung der offenen Schnittstellen, die Zugriff zu Kontoinformationen erlauben werden. Das bedeutet, dass es keine genauen Vorgaben gibt und Organisationen den richtigen Partner mit gen\u00fcgend Erfahrung in Compliance und Sicherheitsnormen finden m\u00fcssen, um diese Schnittstellen zu definieren. F\u00fcr den Erfolg dieses Marktes sind Zertifizierungen und Standardisierung von entscheidender Bedeutung \u2012 ebenso Kooperation.<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Die Zukunft des Finanzwesens l\u00e4uft durch digitale Kan\u00e4le \u2012 die mobil, sicher und benutzerfreundlich sind. Durch die PSD2 und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erfahren europ\u00e4ische Finanzinstitutionen zahlreiche Ver\u00e4nderungen im IT-Bereich allgemein und im Bereich der IT-Sicherheit im speziellen.<\/p>\n<p>Der Finanzsektor reagiert h\u00f6chst empfindlich auf Datensicherheit und Compliance-Vorgaben. Und genau an dieser Stelle liegt der gewaltige Vorteil, den traditionelle Finanzinstitutionen genie\u00dfen \u2012 denn diese Empfindlichkeit wird im Zeitalter der digitalen Integration nicht abklingen.<\/p>\n<p>Die Antwort von Organisationen auf die folgenden beiden Fragen wird entscheiden, inwiefern sie von der Entwicklung profitieren k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li>Erstens: Wie konkurriert man mit neuen Akteuren wie den GAFA und digitalen Innovatoren?<\/li>\n<li>Zweitens: K\u00f6nnen sie die Erwartungen an die Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit sowohl von der EU als auch von Endbenutzern erf\u00fcllen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um diese beiden Fragen zu beantworten, m\u00fcssen Finanzinstitutionen die richtigen Technologiepartner finden, die ihnen dabei helfen, benutzerfreundliche Angebote zu schaffen, die den Richtlinien entsprechen und sicher sind. Die richtige Wahl ist von gro\u00dfer Bedeutung, denn die Uhr tickt! In diesem Fall wurde die Revolution im Voraus angek\u00fcndigt. In weniger als einem Jahr wird die PSD2 rechtskr\u00e4ftig werden \u2012 und sie wird die Spielregeln der Finanzdienstleistungsbranche grundlegend ver\u00e4ndern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor\/Redakteur: Andreas Schremmer, VP Sales Banking &amp; Payment Germany bei Gemalto\/gg Revolutionen sind in der Regel ungeplant und unkontrolliert. 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