{"id":11495,"date":"2017-08-31T14:14:30","date_gmt":"2017-08-31T12:14:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=11495"},"modified":"2017-08-30T09:18:39","modified_gmt":"2017-08-30T07:18:39","slug":"nachgefragt-digitale-transformation-ein-definitionsversuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sysbus.eu\/?p=11495","title":{"rendered":"Nachgefragt: Digitale Transformation \u2013  ein Definitionsversuch"},"content":{"rendered":"<p>Zum Thema &#8222;Digitale Transformation&#8220; hier ein Gespr\u00e4ch mit Susanne Haase. Sie ist Sr. Solution Architect IAM EMEA bei One Identity.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> &#8222;Digitale Transformation ist eine der Begriffspr\u00e4gungen bei denen verschiedene Menschen verschiedene Definitionen zugrunde legen. Warum ist das so und wie lautet Ihre Definition?&#8220;<\/p>\n<p><strong>Haase:<\/strong> &#8222;Es existiert eine Vielzahl von Studien und Statistiken zum Thema. Entsprechend unterschiedlich sind die Definitionen. Grunds\u00e4tzlich geht es aber immer um den Endkunden, die Kundenerfahrung und letztlich die Kundenzufriedenheit. Gemeint sind Gesch\u00e4ftsmodelle, die f\u00fcr eine nahtlos funktionierende und dynamische Kundenerfahrung sorgen und das auf der Basis von digitalen, sozialen und mobilen Technologien. Das setzt einen fundamentalen Wandel voraus bei dem wie Organisationen zuk\u00fcnftig denken und arbeiten. Damit geht einher wie Firmen diese digitalen, sozialen und mobilen Technologien einsetzen um ihr Unternehmen agiler zu machen und die Wertsch\u00f6pfung zu verbessern. Digitale Transformation betrifft immer das Unternehmen als Ganzes und nicht nur einzelne Teile. Damit sie tats\u00e4chlich stattfinden kann, sind Menschen und Technologien gefragt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> &#8222;Wie weit sind Ihrer Meinung nach die meisten Unternehmen auf ihrem Weg der digitalen Transformation bereits gekommen?&#8220;<\/p>\n<p><strong>Haase:<\/strong> &#8222;Wenn man ehrlich ist, beschr\u00e4nkt sich die digitale Transformation in vielen F\u00e4llen auf das Integrieren cloud-basierter Anwendungen. Zwar sehen wir mehr und mehr dieser Anwendungen, aber sie erfassen l\u00e4ngst nicht alle Bereiche. Was ganz real passiert ist, dass Unternehmen sich in Richtung hybrider Umgebungen bewegen, die sowohl aus On-Premises-L\u00f6sungen als auch aus cloud-basierten L\u00f6sungen bestehen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> &#8222;Wie wirkt sich diese Vorgehensweise auf Firmen aus?&#8220;<\/p>\n<p><strong>Haase:<\/strong> &#8222;Die digitale Transformation schreitet voran und sie hat drei ganz entscheidende Folgen. Erstens: Unternehmen werden deutlich mehr in digitale Technologien investieren. Zweitens: Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer erwarten steigende Ums\u00e4tze als Resultat der digitalen Transformation. Und drittens wird ein steigender Anteil des allokierten IT-Budgets in Technologien und Ma\u00dfnahmen zur digitalen Transformation flie\u00dfen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> &#8222;Welche Technologien sind konkret notwendig?&#8220;<\/p>\n<p><strong>Haase:<\/strong> &#8222;Eine der Technologien, die eine digitale Transformation effektiv unterst\u00fctzen, ist das Identity und Access Management (IAM). In der Welt des IoT bekommt (und braucht) praktisch alles und jedes eine eigene Identit\u00e4t, vergleichbar der menschlichen Identit\u00e4t. Das betrifft Apps, Ger\u00e4te und Dienste. Um alle effektiv zu steuern und im Blick zu behalten ben\u00f6tigen sie zwingend eine eigene Identit\u00e4t. IAM bringt all das unter einen Hut. Und ist damit einer der Schl\u00fcsselbausteine, wenn die digitale Transformation in einem Unternehmen gelingen soll. IAM muss ein Business-Enabler, also gesch\u00e4ftsf\u00f6rdernd f\u00fcr die IT-Organisation sein: Identit\u00e4tssilos werden aufgebrochen und man erh\u00e4lt einen Gesamt\u00fcberblick aller Identit\u00e4ten. Das sind Identit\u00e4ten von Angestellten, Kunden, Verbrauchern aber auch von Applikationen und Ger\u00e4ten und so weiter. Au\u00dferdem muss in dieser Zeit des Wandels besonders darauf geachtet werden, dass ein IAM-Projekt den Prozess der Transformation nicht aufh\u00e4lt. Konnektoren zu erstellen, zu provisionieren, zu deprovisionieren etc. nimmt unter Umst\u00e4nden zu viel Zeit in Anspruch und kann sehr aufwendig sein. Unternehmen m\u00fcssen eine IAM-Strategie entwickeln oder doch wenigstens dar\u00fcber nachdenken, wie IAM als Business Enabler das Unternehmen unterst\u00fctzt. Sich allein auf Verwaltung und Governance zu konzentrieren reicht einfach nicht mehr aus.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> &#8222;Wenn die digitale Transformation erfolgreich verlaufen soll, brauchen wir dann eine besondere Unternehmenskultur?&#8220;<\/p>\n<p><strong>Haase:<\/strong> &#8222;Zumindest braucht man ein anderes Verst\u00e4ndnis und eine andere Herangehensweise als die traditionelle. Eine Sicherheitsstrategie, die sich wie bisher auf \u201eEinschr\u00e4nken und Kontrollieren\u201c verlassen hat, muss sich zu einer echten digitalen Strategie wandeln. Was bedeutet das? Sie muss sich darauf konzentrieren ein ungeheures Ausma\u00df an Interaktionen zwischen Nutzern, Anwendungen und Daten zu sch\u00fctzen. Es dreht sich alles darum, komplexe Interaktionen und Beziehungsgeflechte zu sch\u00fctzen, die Unternehmensumgebungen mit ihrer Vielzahl von Ger\u00e4ten, Dingen und Menschen heute ausmachen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> &#8222;Wie wichtig ist es, die digitale Transformation mit umfassenderen Gesch\u00e4ftstransformationen in Einklang zu bringen? Und wie kann man das m\u00f6glichst effektiv tun?&#8220;<\/p>\n<p><strong>Haase:<\/strong> &#8222;&#8218;Digital Leader&#8216; wird man nicht \u00fcber Nacht. Das ist ein langer Weg. Zu einem wirklich gereiften digitalen Unternehmen zu werden, braucht deutlich mehr \u00c4nderungen als lediglich in die aktuellsten Technologien zu investieren. Sie m\u00fcssen neue Gesch\u00e4ftsmodelle entwickeln, und sie m\u00fcssen sich als Unternehmen grundlegend damit auseinandersetzen, wie sie mit Hilfe der Technologie die Art und Weise verbessern, in der sie bisher mit Kunden, Partnern, Studenten, Patienten und Angestellten interagiert haben. Wir stehen hier noch ziemlich am Anfang, wenn es darum geht wirklich &#8218;digitale&#8216; Gesch\u00e4ftsmodelle zu entwickeln und umzusetzen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> &#8222;Welche Auswirkungen hat das auf die Belegschaft eines Unternehmens? Sind andere F\u00e4higkeiten und Kenntnisse als bisher notwendig?&#8220;<\/p>\n<p><strong>Haase:<\/strong> &#8222;Jedes Unternehmen, das mit dieser Entwicklung Schritt halten will, wird sich ver\u00e4ndern m\u00fcssen. Die digitale Transformation erfordert strukturelle \u00c4nderungen. Ein Resultat sind neu entstehende Berufsbilder, wie zum Beispiel der &#8218;Chief Digital Officer&#8216;, der auf der F\u00fchrungsebene eines Unternehmens angesiedelt ist. Aber in der Tat zeigen sich an dieser Stelle auch Qualifikationsdefizite. Unternehmen, die sich jedoch der digitalen Transformation verschlie\u00dfen, werden es mit neuen, g\u00e4nzlich anders operierenden Marktteilnehmern zu tun bekommen. Marktteilnehmer, die niedrigere Betriebskosten haben und die in der Lage sind, mit weniger mehr zu erreichen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Thema &#8222;Digitale Transformation&#8220; hier ein Gespr\u00e4ch mit Susanne Haase. 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