Revolution auf dem Wireless-Markt

Autor/Redakteur: Willi Dütsch, Technical Director, EMEA bei Xirrus/gg

Willi Duetsch-high-res

In den meisten Wohnräumen gehört das WLAN mittlerweile zur Standardausstattung. Einen vergleichbaren Service erwarten Nutzer von Mobilgeräten auch in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Bildungsstätten und in großen Veranstaltungsräumen. Standortunabhängig wird ein schneller Zugriff auf Daten und Anwendungen gefordert. Fast schon wie die Versorgung mit Wasser und Strom wird der WLAN-Zugang mittlerweile als Grundvoraussetzung empfunden. Dadurch entsteht eine Notwendigkeit für eine entsprechende Wireless-Infrastruktur. Wireless-Netze sollen alle Anforderungen trotz ihrer eingeschränkten Bandbreiten erfüllen.

Die meisten Nutzer verfügen mittlerweile über zwei oder drei WLAN-fähige Geräte und möchten diese im Berufsalltag einsetzen. Smartphones und Tablets sind damit Wegbereiter für das BYOD (Bring Your Own Device)-Konzept. Doch auch andere Geräte konkurrieren um die vorhandene Bandbreite. Für beispielsweise Drucker, Projektoren, Sensoren und Fernsehgeräte ist das WLAN oftmals die einzige Verbindungsoption. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich ebenfalls bei Notebooks ab. Es stellt sich also bei der Suche nach einer Optimierung der Wireless-Connectivity zwangsläufig die Frage nach Abdeckung und Kapazität.

Noch vor fünf Jahren wurden WLAN-Netzwerke unter dem Abdeckungsgedanken konzipiert. Die Bereitstellung einer ausreichenden Anzahl von Access Points (APs) war entscheidend, damit das WLAN-Signal überall empfangen werden konnte. Solange die Anzahl der Geräte relativ gering war, funktionierte dieses Konzept recht gut. Das ist heute anders. Die Zahl der Geräte in den Netzwerken ist um das Fünf- bis Zehnfache gestiegen. Ein großer Teil der Wireless-Infrastruktur ist dadurch nicht mehr in der Lage, die Nachfrage an Connectivity zu decken. Deshalb wird von den WLAN-Herstellern üblicherweise ein AP pro Raum installiert, denn in der heutigen Infrastruktur geht es nicht mehr vorranging um Abdeckung, sondern um Kapazität.

Dieser Paradigmenwechsel hat Folgen. Er betrifft die Auslegung, die Geräte, das Management und die Werkzeuge, die zur Bereitstellung des Netzwerks erforderlich sind. Die APs müssen dichter angeordnet werden, um die Kapazität zu steigern, jedoch gibt es da eine Obergrenze, die nicht überschritten werden kann. Letztendlich muss die vorhandene Bandbreite unter den Nutzern aufgeteilt werden. Unternehmen müssen heute Lösungen für ihre Anforderung an Abdeckung und Kapazität finden, die der Entwicklung in den nächsten drei bis fünf Jahren standhalten – also innerhalb der üblichen “WLAN-Lebensdauer” – bevor sie ihr nächstes Wireless-Netzwerk installieren.

Große Einrichtungen wie beispielsweise aus dem Gesundheits- und Bildungswesen werden ihre Kosten zurückfahren und gleichzeitig ihre Prozesse verbessern müssen. Es zeichnet sich ein wachsender Trend zu Hochleistungs-Wireless-Technologien ab, beispielsweise, um dem medizinischen Personal am Krankenbett den papierlosen Zugriff auf Patientendaten zu ermöglichen. Der Einsatz vernetzter mobiler Geräte im Krankenzimmer trägt zur besseren Versorgung der Patienten bei, senkt die Kosten und verringert die Abhängigkeit von Papierunterlagen. Immer mehr Organisationen nutzen die Wireless-Technologie zur Differenzierung gegenüber dem Mitbewerb. Nirgendwo wird dies deutlicher als im Gastgewerbe: Zur Verbesserung ihres Serviceangebots bieten Hotels ihren Gästen immer öfter kostenlose WLAN-Zugänge an, was von den Gästen heutzutage auch vermehrt erwartet wird.

Das Gleiche gilt für die Messebranche. Um auch in Zukunft hohe Besucherzahlen zu erzielen, müssen öffentliche Veranstaltungsstätten ein schnelles und zuverlässiges WLAN anbieten, damit die Messegäste zu ihren sozialen und geschäftlichen Kontakten Verbindung halten können. Ein solcher WLAN-Zugang ist allerdings nicht nur für die Besucher wichtig, auch die Aussteller benötigen ihn für eigene Anwendungen. Ein allgegenwärtiges WLAN mit hoher Kapazität kann dies leisten; das haben die Veranstalter inzwischen erkannt.