Interview mit Matthias Wehner, Sales Director DACH bei Kaseya

Wir haben ein Interview mit Matthias Wehner, Sales Director DACH bei Kaseya, zum Thema „Bedeutung mobiler Anwendungen in Unternehmensumgebungen“ geführt.

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Sysbus: „Die Zahl mobiler Anwendungen steigt unaufhörlich, und Cloud-basierte Softwarelösungen auf Mietbasis, etwa Office 365, gewinnen ebenfalls an Bedeutung. In Zukunft ist zu erwarten, dass sich der Trend nicht nur immer mehr von fest installierten Applikationen auf den Arbeitsplatzrechnern weg entwickeln wird, sondern dass auch eine Entwicklung von nativen mobilen Anwendungen hin zu Lösungen auf Browserbasis erfolgen wird, da die Möglichkeiten der Browserumgebungen sich durch HTML 5 deutlich erweitern. Werden native und fest installierte Applikationen nach und nach verschwinden, oder bleiben sie uns Ihrer Meinung nach erhalten, da sie sich auch in Zukunft noch das beste Arbeitsumfeld bieten?“

Wehner: „Auch in den kommenden Jahren werden native Anwendungen eine wichtige Rolle spielen. Das gilt unter anderem für spezielle Software-Pakete oder maßgeschneiderte, applikationsspezifische Anwendungen. Vor allem bei unternehmenswichtigen Applikationen, etwa Lösungen für das Enterprise Resource Planning, wird es noch Jahre dauern, bis die Anwender auf Cloud-basierte Versionen umgestellt haben. Lokale Applikationen werden bestenfalls in Form von mobilen Apps an Boden gewinnen, die an die Stelle klassischer Windows-Anwendungen treten.“

Wehner fährt fort: „Nach Einschätzung von Kaseya wird sich in Unternehmensnetzen eine Mischung unterschiedlicher Formen von Anwendungen etablieren, die parallel genutzt werden: traditionelle Applikationen,  mobile Apps auf Smartphones und Tablet-Rechnern sowie Cloud-basierte Software-as-a-Service-Angebote. Hinzu kommen hybride Apps, eine Mischung aus HTML-5-Anwendungen und einem nativen App-Rahmen. Laut einer aktuellen Studie der Marktforschungsgesellschaft Gartner werden im Jahr 2016 hybride Apps bei Unternehmensanwendungen einen Anteil von 60 Prozent erreichen. Die Integration dieser Anwendungen und das Management solch heterogener Umgebungen werden zu einer massiven Herausforderung.“

Sysbus: „Welche Sicherheitsprobleme sind durch die verstärkte Verwendung von Cloud-basierten und mobilen Applikationen zu erwarten und wie lassen sie sich lösen?“

Wehner: „Im Internet-Zeitalter stellt jede Anwendung ein gewisses Risiko dar, die Zugang zum Internet hat oder von außerhalb des Unternehmensnetzes erreichbar ist. Das gilt für gehostete Anwendungen ebenso wie für eine SaaS-Lösung. Dieses Risiko nimmt zu, je mehr IT-Ressourcen in Cloud-Umgebungen verlagert werden. Deshalb werden Monitoring- und IT-Sicherheitslösungen immer wichtiger, mit denen sich Bedrohungen  und Angriffe proaktiv erkennen und unterbinden lassen. Was den Einsatz mobiler Endgeräte und entsprechender Anwendungen betrifft, stellt der Verlust unternehmenskritischer Daten das größte Risiko dar. Das kann passieren, wenn ein Smartphone oder Notebook, auf dem sensible Informationen gespeichert sind,  gestohlen wird oder verloren geht. Daher müssen IT-Administratoren in der Lage sein, solche Daten auf einem Mobilgerät remote zu löschen.“

Sysbus: „Glauben Sie, dass sich bei der Anwendungsentwicklung in Zukunft neue Design-Richtlinien durchsetzen? Schließlich geht der Trend dahin, nur noch mit Touch-optimierten Lösungen zu arbeiten.“

Wehner: „Touch-orientierte Verfahren kommen bereits heute bei der Entwicklung neuer mobiler Anwendungen zum Zuge und sind für den Erfolg solcher Applikation von entscheidender Bedeutung. Wichtiger ist jedoch die Frage, ob beziehungsweise wann klassische Desktop-Anwendungen die Bedienung mittels Touch-Screen unterstützen. Diese Umstellung wird nach Einschätzung von Kaseya längere Zeit dauern, weil viele traditionelle Applikationen für die Bedienung mittels Tastatur und Maus optimiert wurden. Daher werden viele Software-Firmen vermutlich einen anderen Weg einschlagen: Ergänzend zu den Desktop-Anwendungen stellen sie optional mobile Applikationen zur Verfügung. Diese sind für spezielle Aufgaben oder Workflows optimiert, die keinen direkten Zugang zu den genannten Desktop-Applikationen erfordern.“

Sysbus: „Welche Konsequenzen werden sich Ihrer Meinung nach aus dem Einsatz mobiler und Cloud-basierter Anwendungen im Unternehmensumfeld ergeben?“

Wehner: „Die wichtigste Konsequenz ist, dass klassische Desktop-Anwendungen und neue mobile Applikationen in derselben IT-Umgebung koexistieren werden, und das über einen Zeitraum von mehreren Jahre hinweg. Dazu ein Beispiel: In vielen Branchen, etwa der Automobilindustrie, sind noch zeichenorientierte Systeme und Anwendungen ohne grafische Benutzeroberfläche im Einsatz. Für IT-Administratoren ist es daher von zentraler Bedeutung, dass sie über Tools verfügen, mit denen sie diese unterschiedlichen Systeme und Anwendungen erfassen, überwachen und verwalten können, und das mithilfe einer zentralen Systemmanagement-Lösung. Der Einsatz unterschiedlicher Managementsysteme für mobile Endgeräte, Desktop-Rechner, Server und Applikationen sollte dagegen vermieden werden. Denn das kostet unnötig Geld, erfordert einen höheren Schulungs- und Zeitaufwand und erhöht das Risiko, dass es zu Bedienungsfehlern kommt.“

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