Unterwegs Drucken: Consumerization und BYOD verändern die Druckwelt

Autor/Redakteur: Daryl Miller, Lantronix/gg

Ein Printserver kann Netzwerk- und USB-Drucker einfach mit Smartphones und Tabletts verbinden
Ein Printserver kann Netzwerk- und USB-Drucker einfach mit Smartphones und Tabletts verbinden

Lange bevor Smartphones und Tablets zum Alltag gehörten, war das Drucken außerhalb des eigenen Netzwerks bereits ein Problem. Man erinnert sich noch an die Zeiten, als man Dokumente auf einen USB-Stick zog, um diesen jemandem zu geben, der Zugriff auf einen Drucker hatte, etwa in der Rezeption im Hotel. Die Herausforderung Mobile Printing hat in Zeiten der “Consumerization of IT” und von “Bring your own Device” allerdings ganz neue Ausmaße erreicht, da Tablets und Smartphones anfangs nicht zum Drucken ausgerichtet waren. Drucken, insbesondere mobiles Drucken, ist also noch komplexer geworden.

Zu den alten Fragen beim mobilen Drucken kommen nun neue Fragen hinzu: Wo wird der Druck gerändert? Wie wird der Drucker erkannt und angesprochen? Wie gelangt der Druckbefehl zum Drucker? Und nicht zuletzt: Wie wird die Benutzerführung gestaltet, damit sie den Gewohnheiten von Smartphone- und Tablet-Usern entspricht?

Ob es für mobiles Drucken überhaupt einen Bedarf gibt, steht dagegen kaum noch in Frage, seitdem das iPad auch in Unternehmen angekommen ist. Jedoch wird die Unfähigkeit mobiler Geräte zu drucken, zu einem Problem, das auf eine Lösung drängt. Nahezu alle Fortune 500 Unternehmen haben iPads im Einsatz und in den USA ist es an Universitäten mittlerweile sogar üblich, Vorlesungsbegleitende Arbeiten über das iPad abzuwickeln. Auch Anwälte, Immobilienmakler und Vertriebsmitarbeiter gehen bereits jetzt häufig nur mit einem iPad zu Terminen und auf Geschäftsreisen und wollen dennoch gelegentlich davon drucken.

Fedex und AT&T haben diesen Trend in den USA bereits erkannt und haben begonnen, die Dienstleistung Drucken in ihren Niederlassungen anzubieten. Auch führende Hotelketten wollen in ihrer Lobby einen einfachen Zugang zu einem Drucker für Gäste bereitstellen.

Was sind typische Einsatzzwecke für Mobile Printing?

IDC hat den Trend schon früh erkannt und folgende Nutzungsszenarien für Mobile Business Printing beschrieben:

  • Einen Boarding Pass im Hotel ausdrucken
  • Bei einem Kunden einen Vertrag zur Unterzeichnung ausdrucken
  • Zuhause eine E-Mail erhalten und sie ohne Hilfe eines PCs ausdrucken
  • In einer beliebigen Unternehmensniederlassung ohne IT-Unterstützung drucken
  • Vor einer Präsentation in letzter Sekunde eine wichtige Änderung direkt vom Handy ausdrucken
  • Von unterwegs Dokumente im Büro ausdrucken, damit diese vorliegen, wenn man zurückkehrt

Ein Anwender mit mobilem Endgerät muss auf dem Weg zum gedruckten Dokument bisher in der Regel mühselige Hürden nehmen: Druckertreiber installieren, die Datei in die Cloud laden, sich authentifizieren oder registrieren, Zugang zu einem WLAN-Netzwerk erhalten, einen Drucker über WLAN lokalisieren oder über eine E-Mail-Adresse oder andere Merkmale identifizieren oder eine Applikation installieren. Den perfekten Standard, mit dem alle diese Hürden spielend zu bewältigen wären, gibt es bisher noch nicht. Stattdessen gibt es unterschiedliche Ansätze, das Problem für verschiedene Nutzergruppen zu lösen.

Verschiedene Strategien der Druckerhersteller

Fast alle Druckerhersteller bieten mittlerweile einen E-Mail-basierten Druckservice an. Der erste und heute am weitesten ausgereifte Service ist “ePrint” von HP, andere Beispiele sind “E-Mail Print” von Epson oder “Mobile Print” von Xerox. Die Netzwerk-Drucker erhalten beim E-Mail-basierten Drucken mittels Registrierung eine E-Mail-Adresse. Sendet man eine Datei an diese Adresse, so wird diese in der Cloud gerendert, die Druckdatei an den betreffenden Drucker gemailt und anschließend ausgedruckt. E-Mail-basiertes Drucken hat also unter anderem den Vorteil, dass die Druckertreiber in der Cloud vorgehalten werden und dass die Last des Renderings vom Endgerät genommen wird. E-Mail stellt einen sehr einfachen und universellen Weg dar, die Daten zu transportieren. Die Nachteile bestehen darin, dass der Weg über die Cloud relativ viel Zeit beanspruchen kann.

Druckerhersteller haben gemerkt, dass sie mit Lösungen, die nur die eigenen Drucker ansprechen, in Unternehmen nicht weit kommen. Zunehmend versuchen sie daher auch Drucker anderer Fabrikate in ihre Lösungen zu integrieren, wenn auch oftmals der Funktionsumfang dann eingeschränkt ist.