Interview mit Frank Pieper von Juniper Networks

Wir haben ein Interview mit Frank Pieper von Juniper Networks zum Thema “BYOD” geführt:

Sysbus: “Welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen aus BYOD?”

Pieper: “Mobile Technologien sind ein enormer Vorteil für Mitarbeiter, denn sie können ihre Zeit beispielsweise auf Geschäftsreisen besser nutzen und sind immer online. Es vereinfacht viele Situationen, da von unterwegs Daten noch einfacher abgerufen und in Meetings Geschäftspartnern zur Verfügung gestellt werden können.  Gleichzeitig bringt es finanzielle Vorteile – Unternehmen sparen viel Geld durch wegfallende Anschaffungs- oder Servicekosten, wenn Angestellte ihre eigenen Endgeräte verwenden.”

Sysbus: “Welche Gefahren bringt BYOD für die Mitarbeiter?”

Pieper: “Von der technischen Seite sind es natürlich Schadprogramme. Die mobilen Geräte müssen genau wie PCs vor Malware geschützt werden und Angestellte müssen potentielle Risiken kennen und sicherstellen, dass sie ihre mobilen Geräte verantwortungsvoll nutzen. Laut dem jährlichen ‘Trusted Mobility Index’ von Juniper vertrauen lediglich 15 Prozent der Befragten der Sicherheit ihrer mobilen Geräte, während die Mehrheit (63 Prozent) verunsichert ist oder schlichtweg nicht weiß, ob ihre mobilen Geräte sicher sind. Ständige Erreichbarkeit, kann sich aber auch zum Nachteil für die Mitarbeiter auswirken – Privates vermischt sich noch mehr mit Geschäftlichem, eine klare Trennlinie gibt es nicht mehr.”

Sysbus: “Auf welche Vorteile können Mitarbeiter aufgrund von BYOD hoffen?”

Pieper: “Heutzutage möchten Mitarbeiter flexibel sein, das heißt sie wollen orts- und zeitungebunden arbeiten können. Am liebsten und effektivsten machen sie das natürlich mit ihren privaten Endgeräten. Mitarbeiter kennen sich mit ihren privaten Geräten meist sehr gut aus, da sie diese selbst eingerichtet und sich bereits mit der Technik auseinandergesetzt haben. Laut dem Trusted Mobility Index nutzen drei von fünf  Deutschen ihr privates Gerät für die Arbeit, weil sie es lieber mögen.”

Sysbus: “Was sind die wichtigsten Konsequenzen, die sich Ihrer Ansicht nach aus BYOD ergeben?”

Pieper: “Die wichtigsten Konsequenzen sind die neuen Sicherheitsanforderungen an Firmennetzwerke. Diese müssen sehr hohe Datenmengen transportieren und flexibel Gastzugänge sowie umfassende Sicherheitsmaßnahmen anbieten. Es genügt dabei nicht, nur einen Software Client auf das Smartphone zu installieren. Unternehmen müssen ein allumfassendes und nahtloses Sicherheitskonzept einführen. Als Teil dieses Ansatzes müssen Organisationen ihren Mitarbeitern und Gästen Schutz für ihre mobilen Endgeräte bieten. Wenn Unternehmen, Behörden oder kleine und mittelständische Unternehmen Sicherheitslösungen für mobile Endgeräte einführen möchten, sollten sie vor allem folgende Komponenten berücksichtigen: Erstens einen SSL VPN Client, um Daten während der Übertragung zu schützen sowie sicheren Netzwerkzugriff und Autorisierung zu gewährleisten. Zweitens eine Anti-Malware Software für mobile Geräte, die gegen schädliche Applikationen, Spyware, infizierte Speicherkarten und Angriffe durch Malware schützt. Und drittens ein zentralisiertes Mobile Device Management mit Remote-Lokalisierung und Funktionen zur Nachverfolgung, für Backups, zum Schutz sowie dem Sperren, Löschen und Wiederherstellen verlorener oder gestohlener Firmendaten.”