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Geschwindigkeit als Feature und die externen Bremsen

Autor/Redakteur: Stefan Jörißen, Keynote/gg

Stefan Joerissen

Man weiß es, aber man spricht nicht viel darüber: Rund 30 Prozent der Inhalte einer typischen Web-Seite werden nicht vom Eigner der Site kontrolliert (basierend auf einer Umfrage unter Domain-Inhabern bei 15 großen Internet-Hostern). Anzeigen, Content und Services von Drittanbietern oder Social-Media-Widgets sorgen dafür, dass zahlreiche Analyse-Tools ihr Werk verrichten, ihre Tracking-Pixel platzieren oder auf Cloud-basierte CDNs zugreifen. Und dies betrifft nicht nur das herkömmliche Internet – auch für mobile Apps ist dieser Zustand typisch.

Gleichzeitig sind Website-Betreiber mit Nutzern konfrontiert, die immer anspruchsvoller werden, verlängerte Ladezeiten wirken sich direkt auf Besucherzahlen oder Konversionsraten aus. Damit stellen sich für die IT-Teams, die für die Leistung des Online-Auftritts verantwortlich sind, Herausforderungen, um die sie niemand beneidet. Denn wenn ein externer Service die Leistung einer Site ausbremst oder wie etwa kürzlich DoubleClick ganz ausfällt, kann nicht einfach ein eigener Server neu hochgefahren oder das Entwicklerteam angerufen werden. Manches Mal existiert noch nicht mal ein Kontakt zum Third-Party-Anbieter.

Es klafft also eine Lücke zwischen den Verantwortlichkeiten und den Zuständigkeiten der IT-Abteilungen. Diese zu verkleinern, wird für die Betreiber von Online-Services eine der interessantesten Aufgaben in 2015 sein. Denn gewiss ist: Die Ansprüche der Anwender werden weiter wachsen. Daraus lässt sich logisch ableiten:

Prognose 1: Leistung ist ein Feature. Ladezeiten, Seitenaufbau und Reaktionszeiten einer Site oder App müssen mit bei deren Entstehung optimiert werden und nicht im Nachhinein. Das setzt den Einsatz von aussagekräftigen Testlösungen während des Entwicklungs- und Implementierungsprozesses voraus.

Prognose 2: Technik- und Unternehmensziele haben denselben Fokus. Zukunftsorientierte IT-Verantwortliche wissen, dass Technikabteilungen und die kaufmännische Seite eines Unternehmens enger zusammenrücken. Schließlich lassen sich beispielsweise die Millisekunden der Reaktionszeiten in Konversionsraten übersetzen oder langsame Third-Party-Services in eine steigende Abbruchquote im Online-Shop.

Prognose 3: Performance-Monitoring für mobile Apps wird zum Standard. Spielten 2014 noch die etablierten Web-Teams die Hauptrolle in den Unternehmen und waren die Mobil-Teams meist nur dabei und nicht mittendrin, wird sich das 2015 ändern. Denn mobiler Traffic legt so rasant zu, dass der mobile Nutzer als potenzieller Kunde immer wichtiger wird.

Prognose 4: Betreiber von Online-Auftritten werden zunehmend SLAs von den Anbietern der Third-Party-Services fordern. Klar definierte Service Level Agreements schaffen den Raum, nicht nur bei optimalen Leistungen etwa finanzielle Anreize auszuloben, sondern im Umkehrschluss auch, externe Inhalte und Services zur Wahrung der Nutzungsqualität auszuschließen, wenn Leistungsvereinbarungen nicht erfüllt werden.